22. April 2008

Nicht heute das verbrauchen, was zukünftigen Generationen gehört

Modernisierung des Rechnungswesens in der EKHN

 
Quelle: D. Burkhardt
Ulrike Gaube-Franke (links) und Almut Schönthal
 

Eines der Projekte aus „perspektive 2025“, das nun erste Zwischenergebnisse vorweisen kann, ist das Projekt „Modernisierung des Rechnungswesens in der EKHN“.

Ziel dieses von der Synode in Auftrag gegebenen Projektes ist, ein „Ressourcenverbrauchskonzept“ zu erstellen und in der EKHN einzuführen. In diesem Konzept kann dargestellt werden, wer für welche Aufgaben verantwortlich ist und welche Mittel dafür benötigt und verbraucht werden, sagen Ulrike Gaube-Franke und Almut Schönthal, die das Projekt mitverantworten. Gerade das Wort “Ressourcenverbrauch“ mache deutlich, dass im Sinne von intergenerativer Gerechtigkeit die jetzige Generation nicht die Mittel aufbrauchen dürfe, die zukünftige Generationen benötigen. Bereits heute müsse dafür gesorgt werden, dass die Mittel für die Bewältigung der Aufgaben auch in Zukunft zur Verfügung stehen.

Ein wichtiger Baustein im neuen Rechnungswesen ist es, von der klassischen Kameralistik zu der sogenannten erweiterten Kameralistik überzugehen. Damit wird das Vermögen nicht mehr von der Finanzrechnung getrennt, sondern wird in einer Bilanz erfasst und bewertet. Das Vermögen, das im Laufe eines Jahres verzehrt wird, muss im ordentlichen Haushalt als Substanzerhalt erwirtschaftet werden. Als Beispiel nennt Frau Gaube-Franke die Anschaffung eines PC- Arbeitsplatzes. Durch die Nutzung entsteht ein „Werteverzehr“. Damit ein altersschwach gewordener PC in ein paar Jahren ersetzt werden kann, wird für die Wiederbeschaffung während der Nutzung des Computers über einen vorab bestimmten Zeitraum jährlich ein Betrag angespart, der dann zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird. In der Regel rechnet man für die Wiederbeschaffung beispielsweise für den PC vier, für Möbel zehn und für ein Verwaltungsgebäude 67 Jahre.

Ein weiterer Baustein ist die Kosten- und Leistungsrechnung. Durch sie kann dargestellt werden, wofür der Mittelverbrauch entsteht. Die Kosten- und Leistungsrechnung fragt innerhalb der Gesamtkirche nach den Aufgaben, durch die Kosten entstehen und verhilft so den Leistungsverantwortlichen bei der Aufgabensteuerung. Diese Transparenz dient zudem der Entscheidungshilfe für kirchenleitende Organe. Aber auch für die Kirchengemeinden ist es interessant zu sehen, welche Aufgaben ihre Regionalverwaltung oder auch die Kirchenverwaltung zu welchen Anteilen wahrnimmt – vielleicht lassen sich ja vor dem Hintergrund vereinfachter Entscheidungsfindungen manche Gemeinden und Einrichtungen anstecken, ihren eigenen Mittelverbrauch den Zielen und Aufgaben vor Ort zuzuordnen, so Almut Schönthal.

Dietmar Burkhardt